Gal Beckerman: «In diesem Sinne könnte man sogar Hitler als Dissidenten bezeichnen»
Die meisten Menschen passen sich an, statt offen Widerspruch einzulegen, so die ernüchternde Ausgangsbeobachtung des amerikanischen Autors Gal Beckerman. In seinem neuen Buch geht er der Frage nach, was Menschen auszeichnet, die den Mut finden, sich dem Druck ihrer Umgebung zu widersetzen. Dabei interessieren ihn nicht heldenhafte Einzelgeschichten, sondern die Eigenschaften, die solche Abweichler gemeinsam haben. Schon die Titelzeile provoziert: In einem gewissen Sinn, heisst es dort, könne man sogar Hitler als Dissidenten bezeichnen. Die Aussage klingt skandalös, deutet aber auf ein Problem hin: Wer Dissens allein davon abhängig macht, ob jemand der Mehrheit widerspricht, gerät an absurde Grenzen. Beckerman fragt deshalb nach den Bedingungen, unter denen Einzelne überhaupt gegen die eigene Gruppe auftreten. Warum die meisten schweigen und wenige trotz allem widersprechen, bleibt die Spannung, an der sich das Buch abarbeitet.
Die meisten Menschen passen sich an, statt zu widersprechen. Der amerikanische Autor Gal Beckerman sucht in seinem neuen Buch nach den Eigenschaften jener, die den Mut finden, sich dem Druck ihrer Umgebung zu widersetzen.